wälti

my blog is my castle

Wälti wird 80ig (Zeichen breit)

Ink

Die Über­schrift hätte auch, als Clickbait, in “3 Tipps wie Sie die optimale Zei­len­län­ge ermitteln” umbenannt werden können. Irgendwas in der Art. Oder so.

Wobei es hier keine “3 Tipps zur Er­mitt­lung der optimalen Zei­len­län­ge” gibt. Aber das kennen Sie sicher von vielen Über­schrif­ten – wenn der Inhalt mehr oder weniger nix mit dem Titel zu tun hat?

In uralten Ratgebern, so von vor 5 Jahren oder gar noch älter, findet man die Angaben, dass Zeilen zwischen 65 und 80 Zeichen lang sein sollten. Das ist zwar al­ter­tüm­lich, sicher, die Le­se­fä­hig­kei­ten der Menschen haben sich aber in der Zwi­schen­zeit nicht unbedingt ver­bes­sert.

Strand. Auf Retro getrimmt.

Bei recht langen Texten ist es eben so, dass bei 160 Zeichen langen Zeilen die Kon­zen­tra­ti­on ein bisschen nachlässt. Viel­leicht hat das auch etwas damit zu tun, dass Twit­ter­nach­rich­ten eben maximal 140 Zeichen lang sind. Und die werden nicht mal in einer Zeile dar­ge­stellt. Dennoch finden sich da schon einige nur schwer zurecht wenn nicht als Hil­fe­stel­lung ein Video oder we­nigs­tens ein Bildchen angeboten wird.

Sei’s drum: 80 Zeichen ist, so meine ich, eine recht ver­nünf­ti­ge Zahl. Wer bei der Groß­mut­ter nachfragt, der erfährt viel­leicht, dass teilweise Briefe, das ist sowas wie ein Vorläufer von WhatsApp, auch etwa 65 bis 80 Zeichen pro Zeile verwendet hatten.

Je­den­falls habe ich ab und zu die Ge­le­gen­heit mein eigenes Blog auch auf recht großen Monitoren mit hoher Auflösung auf­zu­ru­fen. Und da stand dann, in der Mitte vom Bild­schirm, so eine Textsäule rum. Ein bisschen verloren. Einsam in der Gegend. Allein. Mul­ti­Me­di­a­Ty­pen hätten das Design ver­mut­lich als nicht ganz zeitgemäß bezeichet. Wobei das “nicht ganz zeitgemäß” ein bisschen um­schrie­ben sein dürfte. Im Eifer des Gefechtes wären die For­mu­lie­run­gen, teilweise, wohl etwas heftiger aus­ge­fal­len.

Wenn nun schon mit etwa 90-95 Zeichen/Zeile der Texte eben verloren in der Bild­schirm­mit­te eines rie­sen­gro­ßen Bild­schirms rumsteht, dann kommt es schon nicht mehr drauf an … und ich habe die Breite noch ein bisschen weiter reduziert. Bis zu den (etwa) 80 Zeichen die oben im Text, glaub' ich, schon mal erwähnt wurden.

Als kleine Ori­en­tie­rungs­hil­fe kam dann in Frage, den ver­blei­ben­den Raum, rechts und links vom Text, mit Werbung zu­zu­pflas­tern. Das hätte den Vorteil gehabt, das ein Leser, Sie bei­spiels­wei­se, nicht umdenken müsste. Weil man sich eben an mit Werbung zu­ge­pflas­ter­te Seiten schon gewöhnt hat.

Ein weitere Mög­lich­keit wäre gewesen, dass der ver­blei­ben­de Raum, rechts und links vom Text, durch eine farbigen Hin­ter­grund umrandet würde. Nur ist das selbst mir ein bisschen zu sehr 90iger und das will schon was heissen!

Was tun sprach Zeus…

…nicht besoffen und teilweise im Besitz meiner geistigen Kräfte, das lässt jetzt Spielraum für Spe­ku­la­tio­nen, habe ich mich für eine dezente farbige Linie ent­schie­den. Wobei die Linie, rechts und links vom Text, nicht massiv (solid) sondern ge­stri­chelt (dashed) ist.

Die Farben haben aber sowas von garnix mit der Schrift­far­be zu tun sondern die Farbe ori­en­tiert sich an der Hin­ter­grund­far­be des Blogs. Und eben diese ominöse Hin­ter­grund­far­be ist nicht weiß. Gar­nie­mals­ni­en­icht. Die Linie ist somit nicht “viel heller als die Schrift” sonder “etwas dunkler als der Hin­ter­grund”.

Auf die Idee die Linie rechts etwas heller zu machen bin ich durch “Fukinsei” gekommen. Das hat was mit Asym­me­trie zu tun. Außerdem, auch wegen der “nicht-Symmetrie” ist der Farbton rechts nicht genau gleich wie der Farbton links.

Operation gelungen?

Ja, das würde ich schon sagen. Es wird nicht jedem gefallen. Das war al­ler­dings auch nicht Teil der Auf­ga­ben­stel­lung ;)


Link

Und ein bisschen was (eng­li­sches) über Web-Ty­po­gra­fie:

Da geht es zwar haupt­säch­lich um Tabellen, das Problem ist al­ler­dings ähnlich: Texte, oder Tabellen, müssen leicht lesbar sein. Und nicht, aus der Ferne be­trach­tet, “schön aussehen”.


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